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Jahresbricht 2007 der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz im Kreis Recklinghausen
Einleitung:
Das Jahr 2007 wird überschattet von dramatischen Ereignissen. Zu Bginn des Jahres mussten wir schmerzlich Abschied von Markus Butterweck nehmen, der nach langer
Krankheit verstarb. Im Januar wütete der Orkan Kyrill in den Wäldern des Kreises Recklinghausen. Bereits ab März 2007 wurden die ersten zum Teil verletzten Fledermäuse gefunden. Dennoch konnten wir, als
unabhängige Arbeitsgemeinschaft, auch in diesem Jahr weit über 800 Bürger informieren und helfen. Durch Kartierungen und Fledermausfundmeldungen haben wir weitere weiße Flecken in der Fledermauskarte des
Kreises Recklinghasuen ausfüllen können. Spannend ist ein bisher unbekanntes Fransenfledermausquartierfund. Diese Arbeit ist sehr zeitintensiv und hier muss allen ehrenamtlichen Miitarbeitern ein großes
Dankeschön ausgesprochen werden. Ebenso gilt der Dank den Fledermausfreunden die uns mit Informationen und Hinweisen auf Fledermausvorkommen versehen. Wir hoffen auch ihnen auch in diesem Jahresbericht
einen Überblick über die umfangreichen Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft geben zu können.
Praktische Arbeit:
Durch die große Zerstörungskraft des Orkans Kyrill konnten die Wälder im Kreis Recklinghausen nicht gefahrlos betreten werden. Die praktischen Arbeiten, wie zum
Beispiel das aufhängen von Fledermauskästen und die Kontrolle der bereits installierten Kästen ruhten fast vollständig. Lediglich die Kästen im Marler Raum konnten am 21.01.07 unter Mühen kontrolliert
werden. Leider waren hier einige Kästen zerstört. Erst Anfang November 2007 hatten wir die Möglichkeit in die Reviere in der Haard, die von Förster Harald Klingebiel betreut werden, weitere 24
Fledermauskästen aufzuhängen. In diesem Jahr wurden von uns etwa 20 Fledermäuse vorwiegend Zwergfledermäuse betreut. Es sind Funde aus dem gesamten Kreisgebiet. Ein Großteil der Fledermäuse hatte massive
Verletzungen. Diese Tiere wurden tierärtzlich betreut, mussten aber häufig eingeschläfert werden. Bemerkenswert sind auch die relativ frühen Fledermausfunde ab März 2007. Es ist nicht ganz klar, ob diese
Tiere durch die milde Witterung oder durch massive Störungen durch den Orkan Kyrill frühzeitig aktiv werden. Viele dieser Tiere hatten Verletzungen, oft durch Prädatoren (Katzen, Hunde u. Marderartige).
Im Sommer wurden uns wieder einige geschwächte Fledermausfindlinge gebracht und von uns aufgepäppelt. Sie konnten nach einiger Zeit, mit etwas mehr Körpergewicht wohl behalten wieder in ihre gewohnte
Umgebung entlassen werden.
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Exkursionen / Öffentlichkeitsarbeit:
Exkursionen / Fledermausnacht
In diesem Jahr konnten wieder viele Exkursionen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern angeboten werden. Insgesamt wurden über 800 Bürger durch Exkursionen und
Vorträgen Informationen über das Fledermausleben im Kreis Recklinghausen vermittelt. Natürlich werden wir auch von den Naturschutzverbänden des Kreises Recklinghausen, denen wir als Mitglieder natürlich
verbunden sind, zu den mittlerweile etablierten, sognannten Fledermausnächten zur fachlichen Unterstützung eingeladen.
Beratung Information
Aufgrund unserer Homepage, die sich offentsichtlich etabliert hat, werden wir Europaweit kontaktiert. So gab es Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet aber auch z.
B. aus Österreich. Viele Tipps konnten telefonisch gegeben, oder Ansprechpartner vor Ort vermttelt werden. Ich möchte auch noch einmal auf die gute Zusammenarbeit mit der Unteren Landschaftsbehörde des
Kreises Recklinghausen verweisen. Wir konnten mehrfach unsere Fachkenntnis zu Anfragen und Fledermausfunden, die von besorgten Bürgern an den Kreis gemeldet wurden, einbringen. Ebenso werden wir
mittlerweise regelmäßig von Tierschutzvereinen aus dem Kreis Recklinghausen bei Fledermausfunden um Hilfe gebeten.
Treffen, Fortbildung, Vorträge
Um weitere Arbeiten zu planen und Vorzubereiten trifft sich die Arbeitsgemeinschaft nach bedarf. Die Jahrestagung des Landesfachausschusses Fledermausschutz NRW fand
am 17.11.07 in Bonn im Museum Alexander Koenig statt. Hier wurde auch bekannt gegeben, dass unsere Fledermaus Arbeitsgemeinschaft das nächste Jahrestreffen des LFA NRW im Jahr 2008 in Gladbeck in
Zusammenarbeit mit dem Referat für Umwelt u. Lokale Agenda 21 organisieren wird. Das AG - Fledermausschutz Mitglied Michael Korn nahm am 28.01.07 an der Jahrestagung Flora u. Fauna westliches Ruhrgebiet
u. Umgebung in Oberhausen teil und referierte über unsere Arbeit im Kreis Recklinghausen.
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Wissenschaftliche Projekte:
Entwicklung einer Datenbank
Nachdem wir Gespräche und Diskussionen über eine Datenbank geführt haben und mit Enthusiasmus an die Realisierung gingen, mussten wir doch arge Rückschritte
hinnehmen. Aus verschiedenen Gründen, unter anderem krankheitsbedingt, konnte die Arbeit nicht fortgeführt werden.
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Foto: A. Pennekamp Katsenkontrolle
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Fledermauskastenkontrollen / Fledermausquartierkontrollen 2007
Die Quartierkontrollen u. Kastenkontrollen konnten wir nur in geringen Umfang durchgeführt werden. Bedingt durch den Orkan Kyrill, der in der Nacht zum 18.01.07 in NRW wütete,
konnten viele Wälder lange Zeit nicht betreten werden und damit war auch der Zugang zu den Fledermausquartieren und Kästen verwehrt. Somit fehlen wesentliche Daten zur Bestandserhebung des Jahres 2007. Lediglich im
November 2007 gelang ein Fund von zwei Großen Abendseglern (Nyctalus noctula) in dem Waldgebiet die Haard. Die Tiere hielten sich in einem Schwegler Holzbetonkasten für Fledermäuse auf. Neben den bekannten
Quartieren und den daraus resultierenden Funden wurden auch vierzig neue Funde registriert. Wir danken an dieser Stelle allen Meldern für ihre Hilfe und ihre Bemühungen.
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Bemerkenswerte Fledermausfunde 2007 im Kreis Recklinghausen
Neben den vielen Meldungen und Funden des Jahres war für uns ein Wochenstubenfund der Fransenfledermaus (Myotis nattereri) in Olfen etwas besonderes. Im Rahmen einer
Detektorkartierung im Bereich der geplanten Trasse der B474n wurden wir auf jagende Tiere von einem Landwirt in seinem Kuhstall aufmerksam gemacht. Einige Tage später meldete sich der Hofbesitzer und schilderte uns,
dass er eine kleine Fledermaus gefunden habe. Bei der Kontrolle erkannten wir, das es sich um eine junge Fransenfledermaus handelte. Diese wurde uns nachher von Reinhard Wohlgemuth, Holzwickede bestätigt. Die
Fledermaus machte einen lebhaften Eindruck. Zunächst setzten wir abends das Tier, geschützt vor den Hofkatzen in den Kuhstall. Leider wurde das Jungtier zunächst nicht von seiner Mutter abgeholt. Vermutlich war das
Weibchen umgekommen. So wurde das Jungtier zunächst von Alfons Pennekamp versorgt und anschließend nach Holzwickede gebracht. Hier wohnen Reinhard Wohlgemuth und Irmgard Devrient, die längjährige Erfahrung mit der
Aufzucht von Fledermauspfleglingen haben. Sie nahmen sich des Kleinen an. Die Aufzucht von jungen Fledermäusen ist sehr schwierig und gelingt selten. Leider verstab dieser kleine Findling. Die Emschergenossenschaft
plant seit geraumer Zeit die Renaturierung der Emscher. Bei Kontrollen im bereich des geplanten Regenrückhaltenbeckens Dortmund Mengede bei Castrop - Rauxel Ickern wurden mehrere Fledermausarten gefunden.
Überraschend war der Nachweis von jagenden Kleinen Abendseglern (Nyctalus leisleri) im Bereich des geplanten Bauwerks im Sommer. Wir stehen hier mit der Emschergenossenschaft und dem Planungsteam in Verbindung. Der
Fund eines verletzten Braunen Langohres (Plecotus auritus) am 6. September 2007 in Lüdinghausen (Kreis Coesfeld) in der Fußgängerzone zeigt, das diese Art durchaus auch in Städten anzutreffen ist, wenn genügend Grün
zum Jagen vorhanden ist. Die Fledermaus kam über Umwegen zum Verfasser. Das Tier wurde von dem Finder zu einem Tierarzt nach Haltern gebracht. Von dort bekam ich die Information. Leider verstarb das Tier beim
Tierarzt und konnte nur noch tod bestimmt werden.
Kartierungen
Im Rahmen verschiedener Großprojekte werden die Naturschutzverbände im Kreis Recklinghausen regelmäßig beteiligt. Um hier für die Naturschutzverbände Datengrundlagen zu
bekommen, aber auch um die Aussagen der Planer zu prüfen, führt unsere Arbeitsgemeinschaft Fledermauskartierungen durch. In diesem Jahr wurden insbesondere das geplante Emscher Hochwasserrückhaltebecken Dortmund
Mengede im Bereich Castrop - Rauxel geprüft. Des Weiteren wurden erneut Untersuchungen im Trassenverlauf der B474n durchgeführt. Sehr kritisch wird auch die Planung des EON Kraftwerkes in Datteln und die damit
verbunden Infrastrukturen (Kanalausbau, RWE Stromleitungsnetzausbau, Lippeeinleitung, Bundesbahnnetzausbau, Fernwärmenetzausbau usw.) beäugt. In all den Fällen konnten Fledermäuse in den jeweiligen Bereichen
festgestellt werden. Detaillierte Aussagen zu Fledermausvorkommen aus dieser Arbeit liegen den jeweiligen Stellungnahmen der Naturschutzverbände bei. Ebenso werden wir regelmäßig von Planungsbüros angeschrieben, um
Ihnen Tipps und Informationen über Fledermausvorkommen zu geplanten Projekten im Vorfeld zu liefern.
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Mitarbeiter der Arbeitsgruppe
Rita Budde, Waltrop
Dr. Markus Butterweck, Marl (Verstorben 2007)
Dr. Bernd v. Bülow, Haltern
Harald Klingebiel, Essen
Sabine Koch, Recklinghausen
Michael Korn, Gladbeck
Dr. Thomas Krämerkämper, Castrop - Rauxel
Alfons Pennekamp, Datteln
Ursula Pennekamp, Datteln
Stefan Wanske, Recklinghausen
Guido Sprinz, Haltern
Annika Pfeiffer, Marl
Dr. Christel Schmidt, Haltern, Gelsenkirchen
Stefan Sehnbruch, Marl
Organisation: Alfons Pennekamp, Datteln
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